Jordanien liegt seit jeher im Herzen des Heiligen Landes. Seit altersher ist es das Gegenstück zu den Ländern des modernen Israel. Die Stämme von Gilead, Moab und Ammon, die früher hier siedelten, sind Bestandteil der biblischen Tradition. Vom Berg Nebo aus warf Moses einen Blick auf das Gelobte Land, das er nicht betreten sollte, und am Jordan liegen die Stätten des Wirkens Johannes des Täufers und der Taufe Christi. Zwischen dem Mittelmeer im Westen und dem Zweistromland im Osten gelegen ist Jordanien ein Treffpunkt der Kulturen.

Während der Norden des Landes im 4.Jahrhundert nach Christus ein Teil des Seleukidenreiches wurde, lag der Südteil des Landes teilweise unter dem Einfluß der Nabatäer, die von ihrer Stadt Petra aus den Handel kontrollierten. Unter den flavischen Kaisern begann Jordanien sich nach Rom zu orientieren und wurde zu guter letzt ein Teil des römischen und später des byzantinischen Reiches. Auf diese Weise kam unter der Regierung Konstantins das Christentum als Staatsreligion ins Land. Im 7.Jahrhundert wurde es von muslimischen Armeen erobert und ist seitdem ein islamisches Land geblieben, zuerst unter der Herrschaft der Kalifen, dann der Türken, bis der Sherif Hussein während des Ersten Weltkrieges den arabischen Aufstand gegen die türkische Oberhoheit begann.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jordanien als Haschemitisches Königreich Jordanien unabhängig, regiert zuerst von König Abdullah, dann seinem Sohn Hussein, und heute von König Abdullah II.

Das Land besteht zu 80% aus Wüste und verfügt nur über sehr wenig Kulturland. Außerdem gibt es kleinere Manufakturen sowie Phosphat und Sodaminen. Ein schmaler Landstreifen bei Aqaba stellt den einzigen Zugang zum Roten Meer dar.

Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus muslimischen Beduinen und Palästinensern, die nach der Gründung des Staates Israel flüchteten. 96% der Bevölkerung sind Muslime, die übrigen 4% sind Griechisch-Orthodoxe bzw. Orientalisch-Orthodoxe Christen. Die offizielle Landessprache ist Arabisch, aber Englisch ist weit verbreitet.